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Heilpflanze: Die Artischocke

Heilpflanze: Die Artischocke

Riesige Blütenköpfchen besitzt sie, die Artischocke. Die violett gefärbten Blüten sitzen dabei wie ein Krönchen auf den wuchtig grünen Hüllblättern. Im Inneren versteckt sich eine Delikatesse: die zartbitter schmeckenden Artischockenherzen. Ob eingelegt in Öl oder frisch zubereitet: Artischockenherzen und -blätter passen zu Salaten oder Nudelgerichten – und sind dazu noch ein kalorienarmes Rezept. Bereits im alten Ägypten war die Artischocke bekannt, als Arzneipflanze und bekömmliche Speise. Über Jahrhunderte hinweg konnten sich jedoch nur wohlhabende Bürger das seltene Gemüse leisten.

Wie sieht Artischocke aus und wo kommt die Heilpflanze vor?
Die Artischocke kann eine Höhe von 1,5 Metern erreichen, sieht distelartig aus und besitzt einen dicken, verzweigten Stängel. Die großen Blätter sind tief fiederspaltig und tragen teilweise Dornen. Sie sind oberseits glatt, die Unterseite dagegen ist filzig behaart. Die Blütenköpfe sind ebenfalls sehr groß. Sie setzen sich aus eiförmigen, großen Hüllblättern und röhrigen, violett gefärbten Blüten zusammen.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Artischocke?
Bitterstoffe wie Cynaropikrin bewirken, dass sich mehr Magensäure bildet. Sie regen damit den Appetit an. Flavonoide und Caffeoylchinasäure-Abkömmlinge steigern die Produktion von Gallensäuren in der Leber und regen die Gallenblase dazu an, mehr Gallensäuren in den Darm abzugeben. Dort erleichtern sie die Verdauung von Fetten. Außerdem legen wissenschaftliche Untersuchungen nahe, dass die Artischocke die Lebertätigkeit unterstützt und sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Extrakte aus Artischockenblättern helfen aufgrund dieser Wirkungen bei mangelndem Appetit, lindern Blähungen und vermindern Völlegefühl – dies insbesondere nach einer fettigen Mahlzeit. Ob die Heilpflanze womöglich vor den Folgen eines zu hohen Cholesterinspiegels schützen kann, etwa einer Arteriosklerose, muss in groß angelegten Studien erst untersucht werden.

Wichtige Hinweise:
Menschen, die auf Artischocke und andere Korbblütler allergisch reagieren, dürfen Artischocken-Extrakte nicht einnehmen. Wer an Gallensteinen oder an einem Verschluss der Gallenwege leidet, sollte auf Artischocke ebenfalls verzichten

In vielen Mittelmeerländern sind Artischocken so beliebt, dass sie beinahe als Universalgericht gelten. Sie werden zum Beispiel gefüllt mit einer Masse aus Knoblauch, Schalotten und Oliven oder auch als Belag für Tartes verzehrt. Im Ganzen serviert eignen sich Artischocken besonders gut als Vorspeise. Die Blätter können in Saucen oder Vinaigrettes gedippt dann aussaugt werden. Hier schmeckt der untere, fleischige Blattteil. Artischockenblätter haben einen milderen Geschmack als das Artischockenherz. Dieses kommt zum Schluss und ist der verdickte Teil des Klechblattes. Nach den Blättern als Fingerfood wird dieses mit Messer und Gabel gegessen. Die Herzen sind auch eingelegt in Gläsern zu kaufen. Die jungen, kleinen Artischocken werden komplett essen, da sie kaum Heu enthalten. Sie können ohne große Vorarbeit sogar inklusive Stiel gekocht oder gebraten werden. Auch roh mit etwas Olivenöl oder in Salaten können die jungen Artischocken gegessen werden.

Die Artischocke wird in manchen Rezepten im Ganzen verwendet, manchmal wird nur das Herz oder die Blätter benötigt. Artischocken passen gut zu Fleisch, zu anderen Gemüsesorten, wie Spargel oder Tomate, zu Risotto, Nudeln oder Kartoffeln oder auf Pizza. Kurz: Die Artischocke ist ein echter Allrounder und lässt sich wunderbar kombinieren.

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